God of War - selten so zwiegespalten

  • Ahoi ihr lieben!


    Vorab: Ich bemühe mich diesen Thread hier möglichst Spoilerfrei zu halten.


    Ich wollte mal mit euch über ein Spiel diskutieren, nämlich das neue God of War. Wie ihr dem Threadtitel schon entnehmen könnt, bin ich mir immer noch unschlüssig, was ich von dem Spiel halten soll. (Vorabinfo: Ich bin noch nicht durch) Ich habe jeden Teil der God of War Reihe gespielt, bis auf den für die PSP, da ich diese nicht besitze. Ich war extrem angefixt von dem ganzen Thema rund um die griechische Mythologie. Genau so wie ich auch totales Interesse an dem Thema der nordischen Mythologie habe, welche im aktuellen Teil eine Rolle spielt.


    Zunächst mal: Grafisch und athmosphärisch ist das Spiel einfach der Hammer! Wunderschön designed, viel Liebe zum Detail. Die Temperatur fällt direkt auf -15° weil man einfach sofort im nordischen Thema ankommt.


    Auch Kratos hat sich sehr gut entwickelt. Weniger von der Grafik sondern mehr vom Charakter her. Hierzu muss man erwähnen, dass zwischen dem letzten God of War und diesem Teil soweit ich das verstanden habe ein paar Hundert Jahre liegen. Entsprechend hat sich auch Kratos Äußerliches und sein Wesen verändert. Er ist etwas ruhiger geworden, aber dennoch sehr mürrisch, so wie man sich einen alternden Kratos halt vorstellen kann. Hauptsache keine Gefühle zulassen. Sein Sohn (das zähl ich nicht als Spoiler, da das ja seit dem ersten Trailer bekannt sein dürfte das er einen hat) hat keine Ahnung davon, wer sein Vater ist, bzw. weiß er nix von dessen Vorgeschichte. Im Laufe des Gegner umbringen sammelt Sohnemann Erfahrung und wird auch Erwachsener. So weit so gut. Jedoch muss ich sagen, dass der Funke bei der Story noch nicht so ganz übergesprungen ist. Ich bin zwar gerade an einem Punkt frisch angelangt, der zwar ein "Back to the roots" suggeriert, aber irgendwie weiß ich noch nicht ob es reicht. Natürlich sollte man es nicht mit God of War 3 vergleichen, bei dem man gefühlt am Ende des Intros direkt dem ersten Gott den Kopf abreißt, allerdings habe ich noch eine gewisse Erwartungshaltung, dass das bisher Geschehene nur Vorgeplänkel ist.


    Nächster großer Knackpunkt ist das Kampf, bzw. das Open World RPG System. Mich persönlich erinnert das sehr stark an Darksiders 2. Und genau hier liegt die Krux die sich für mich persönlich darstellt. Denn ein derartiges System nimmt dem Spiel und der Handlung einiges an Geschwindigkeit. Sicher: Dadurch hat man durch verschieden Nebenstorylines die Möglichkeit, tiefer in die Geschichte einzutauchen. Jedoch offenbart sich hier das gleiche Problem wie bei eben erwähntem Darksiders 2 im Vergleich zum Vorgänger. Ein Spiel das von Action und schnellem Tempo lebt, kann mich nicht von jetzt auf gleich in ein langatmiges Open World RPG verwandeln. Nicht das an dem System ansich was auszusetzen wäre. Ich finde nur bei beiden Spielen passt es nicht so ins Gesamtkonzept.


    Die nordische Mythologie hat genug Material um weitere 3 Teile von God of War mit Inhalt und Leben zu füllen, das ist nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr die eigentliche Erwartungshaltung, die man an ein God of War hat. Ich verstehe voll und ganz den Plot-/Charactertwist, den die Entwickler geplant hatten. In einem Interview sagte glaube ich der Chefentwickler, dessen Name mir gerade entfallen ist, das ein Hauptziel des Spiels ist, dass die Bestie Kratos die die Entwickler geschaffen haben, immer noch die Chance hat, Vergebung zu finden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Frage ist jedoch: War es wirklich notwendig das Spielsystem derart umzukrempeln?


    Etwas das Tempo rausnehmen: Natürlich! Aufgrund des Alters von Kratos und aufgrund der Tatsache, dass er nicht mehr in dem Maße wie früher einem Drang zu kämpfen und zu töten unterliegt ist vollkommen gerechtfertigt. Allerdings muss man doch nicht gleich die Handbremse anziehen. Ich finde das hat dem Spiel einiges genommen, wenngleich ich auch sagen muss, dass es dem Spiel extrem viel gibt. Es ist dadurch ein völlig neues Spiel geworden, das einen ganz anderen Anspruch an sich selbst hat.


    Vielleicht versteht ihr wieso ich quasi hin und her gerissen bin, mir ein Urteil über dieses Spiel zu bilden... Wie seht ihr das? Habt ihr das Spiel schon gespielt? Plant ihr es euch zu holen oder hats euch eh nie interessiert?

  • Ergänzung:


    Inzwischen habe ich das Spiel durch und ich muss sagen: Es war doch richtig richtig geil! Die Story hat sich noch sehr gut entwickelt und auch das Gameplay war, nachdem ich endlich durchschaut habe, dass Sohnemann ein sehr guter Sidekick ist, locker zu meistern. Also alles in allem eines der besten Spiele ever! Kein Wunder wenn man bedenkt, wie viele Leute mitgewirkt haben... der bloße Abspann hat ca. 30 Minuten gedauert :D